Polen verhelfen ostdeutschem Dorf zu neuer Blüte

Es herrscht nicht viel Verkehr, weder nach Deutschland noch nach Polen. In Löcknitz, einem Dorf ein paar Kilometer weiter, ist es ähnlich still. Einige Fenster sind vernagelt, daneben stehen graue Plattenbauten. Jede Menge Arbeit hat dagegen Lothar Meistring. Der Mittfünfziger mit dem gebräunten Gesicht und dem karierten Hemd muss Baugenehmigungen unterschreiben; nach der Baustelle am See schauen, wo sie einen neuen Kindergarten bauen; mit dem Kollegen von der Arbeitsagentur telefonieren. Für die Sorgen, die sich viele wegen des Beginns der Arbeitnehmerfreizügigkeit am 1. Mai machen, hat der Bürgermeister von Löcknitz keine Zeit.
Von rund 3000 Einwohnern sind 650 Polen, in den umliegenden Orten leben noch mal mehrere Hundert. Sie kaufen hier Häuser, weil die auf dieser Seite der Grenze billiger sind als auf der polnischen Seite in den Vororten von Stettin. Egal, ob polnisch oder deutsch, der Bürgermeister freut sich über den Zuzug in seinen Ort: „Ich bin froh, dass ich Polen gefunden habe, die hier die Häuser kaufen. Die kaufen sogar die Häuser in den ganz kleinen Dörfern, wo schon lange kein Deutscher mehr wohnen will.“

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Veröffentlichung/ data publikacji: 27.04.2011