Blick über die Oder

Kolobrzeg (Kolberg). Herrenlose Hunde leben in Wolfsrudel
In einem ausgedehnten Waldgebiet südlich von Kolberg – nahe der polnischen Ostseeküste – wurde ein Rudel entdeckt, in denen Wölfe gemeinsam mit herrenlosen Hunden leben. Da die Vermutung besteht, dass sich die Hunde und Wölfe kreuzen könnten, soll das Rudel jetzt von Wissenschaftlern besonders beobachtet werden. In der Region sollen mittlerweile circa 40 Wölfe leben.

Prudnik. Friedensfahrtsieger Stanislaw Szozda tot
Der bekannte polnische Radfahrer Stanislaw Szozda, der im Jahr 1974 die damals sehr populäre „Friedensfahrt“ von Warschau über Berlin nach Prag gewonnen hatte, ist tot. Auch zwei Olympische Silbermedaillen im Mannschaftszeitfahren über 100 Kilometer (1972 und 1976) sowie zwei Weltmeistertitel in dieser Disziplin gehörten zu seinen Erfolgen. Der Sportler starb am Montag nach längerer Krankheit im Alter von 63 Jahren in seinem Heimatort Prudnik in Oberschlesien.

Breslau. Neues Musiktheater wird eröffnet
Mit der Einweihung des für umgerechnet rund 35 Millionen Euro gebauten Musiktheaters „Capitol“ erhält die niederschlesische Metropole Breslau an diesem Freitag eine neue kulturelle Attraktion. Das moderne Bauwerk entstand zwischen Altstadt und Hauptbahnhof. Zur Eröffnung am 28. September läuft die Premiere des Musicals „Der Meister und Margarita“ nach dem Roman von Michail Bulgakow. Das Stück steht auch in den folgenden Monaten auf dem Spielplan, die Tickets kosten umgerechnet etwa vier bis 13 Euro.

Zielona Góra (Grünberg). Skandalöses Speedway-Finale
Die Speedway-Mannschaft von Stelmet Zielona Góra hat am Sonntagabend zum siebten Mal den polnischen Meistertitel gewonnen. Allerdings fand das Finale unter skandalösen Bedingungen statt, da die Gästemannschaft aus Torun kurzfristig nicht zu dem Wettkampf antrat, weil einer ihrer besten Fahrer sich tags zuvor verletzt hatte. Den Gästen droht jetzt eine hohe Strafe des Verbandes.

Gorzów (Landsberg). Familie mit Vierlingen erhält ein Haus
Ein Jahr lang mussten die Eltern von Vierlingen aus Gorzów auf die Einlösung eines Versprechens der Stadt warten. Nach der Geburt am 5. Oktober 2012 hatte die Kommune angekündigt, dass die Familie rasch aus ihrer Wohnung im dritten Stock eines Hauses ohne Fahrstuhl umziehen könne. Doch erst nach wiederholten Medien­berichten wurde jetzt ein kleines Häuschen gefunden, für dessen Kauf der Familie 40 Prozent des Preises erlassen werden.

Warschau. Antisemitismus nimmt ab
Bei einer Studie zur Verbreitung des Antisemitismus in Polen stimmten 28 Prozent der Befragten Aussagen zu wie: „Die Juden haben einen zu großen Einfluss auf die Politik“ oder „Die Juden sind für den Tod von Jesus verantwortlich“. Laut der Zeitung „Gazeta Waborcza“ sank dieser Wert seit dem Jahr 2002 zwar um 13 Prozent, sei im europäischen Vergleich allerdings noch immer relativ hoch. Besonders ältere Polen teilten die Ansichten.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 24.09.2013