Siebzig Jahre danach

Am fünfzigsten Jahrestag des Kriegsausbruchs war der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Rau der höchste deutsche Besucher in Polen. Zu den offiziellen Gedenkfeierlichkeiten auf der Danziger Westerplatte war er nicht geladen. Auf einem stillen Waldfriedhof bei Warschau, auf dem während des Kriegs Massenerschießungen stattgefunden hatten, ehrte Rau die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft mit einer Kranzniederlegung. In Berlin schien die Mauer noch unverrückbar fest zu stehen; in Warschau aber war wenige Tage zuvor Tadeusz Mazowiecki, ein Mann der antikommunistischen Opposition, zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Rau sagte ahnungsvoll, er habe den Eindruck, „dass wir es in Polen mit einer historischen Wende zu tun haben, deren Ausmaß noch nicht abzusehen ist“.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 01.09.2009