IHK und Uni testen Bedarf an Polnisch

Haben Sie Angestellte mit Polnischkenntnissen in Ihrem Unternehmen? Sind solche Kenntnisse ein Pluspunkt, wenn man sich bei Ihnen bewirbt? Oder: Lernen in der Grenzregion überhaupt genügend Berufsschüler Polnisch?

Eine Umfrage zur Sprache des Nachbarlandes hat die Frankfurter Industrie- und Handelskammer in diesen Tagen per E-Mail an mehr als 300 Firmen in Ostbrandenburg verschickt. Die Befragung wird gemeinsam mit der Europa-Universität durchgeführt. „Wir wollen herausfinden, in welchen Branchen schon jetzt ein Bedarf an Polnisch-Kenntnissen besteht und ob die Firmen davon ausgehen, dass solche Fähigkeiten künftig von Nutzen sind", erläutert Viadrina-Mitarbeiterin Sahra Damus.
Auf einer Konferenz, die Anfang Mai stattfindet, sollen dann die Praxis-Bedürfnisse dem bisherigen Polnisch-Angebot an Berufsschulen gegenübergestellt werden. Dieses ist recht dürftig, beziehungsweise zumeist an kurzfristige Projekte gebunden und deshalb nicht verlässlich.
Schon aus den ersten eingegangenen Antworten zieht Sahra Damus den Schluss, dass es vor allem im Handel- und Dienstleistungsbereich nicht von Schaden sein kann, zumindest Grundkenntnisse der Nachbarsprache zu besitzen. „Es ist einfach ein schönes Plus, wenn etwa ein Verkäufer einen polnischen Kunden in dessen Sprache ansprechen kann. Das dürfte auch dazu beitragen, dass dieser Kunde wiederkommt", meint die Deutsche.

Für Sprachtandems Deutsche gesucht

Dass viel mehr Polen wenigstens etwas Deutsch beherrschen als umgekehrt Deutsche Polnisch, ist zwar kein Geheimnis. Wie unterschiedlich aber das Interesse und die Aufgeschlossenheit zum Erlernen der jeweiligen Nachbarsprache verteilt sind, müssen gerade die Organisatoren eines Tandem-Sprachkurses feststellen. Dabei ist ihr Angebot einfach und originell: Menschen von diesseits und jenseits der Oder sollen sich ab dem 12. und 13. März am zweiten Wochenende jedes Monats begegnen, um miteinander Filme anzuschauen, Museen zu besichtigen und vor allem die Sprache des anderen kennenzulernen.
„Doch während wir schon 15 Anmeldungen aus Polen haben und dort bereits bremsen müssen, hat sich erst eine Handvoll Deutscher gemeldet", berichtet Mitorganisator Adrian Fiedler. Dabei werden Unterricht, Übernachtung und Verpflegung aus EU-Mitteln gefördert, müssen die Teilnehmer nur die Anreisekosten bezahlen. Wer sich für das Lernen und Kennenlernen interessiert, kann sich bei Adrian Fiedler melden
(Tel.: 0173 2155620).

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Veröffentlichung/ data publikacji: 05.03.2010