Tragödien adeln uns

Freitag: Die Motive von Leid und Opfern spielen in der polnischen Geschichte eine Schlüsselrolle. Wie bewerten Sie vor diesem Hintergrund das Unglück von Smolensk?
Slawomir Sierakowski: Die Tragödie hat wegen des Ortes und der offensichtlichen Assoziationen eine symbolische Dimension. Die Polen werden manchmal zu Geiseln der Symbole und Leiden, von denen sie heimgesucht wurden. In der polnischen Tradition existiert zwar die Überzeugung, dass Tragödien uns adeln, doch in Wahrheit bringen Tragödien gar nichts Gutes, auch im psychologischen Sinne nicht. Was heute noch nationale Einheit ist, kann morgen schon Treibstoff für noch aggressiveren politischen Streit sein.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 14.04.2010