Marta Kijowska

Mock gegen die Misanthropen

Zehn Jahre sind seit dem Début des polnischen Autors Marek Krajewski vergangen. Zehn Jahre, in denen er auf «Tod in Breslau», einen Roman, der in den dreissiger Jahren spielt und den exzentrischen und gerissenen Kriminalrat Eberhard Mock zur Hauptfigur hat, vier weitere Teile folgen liess: «Weltende in Breslau» (deutsch: «Kalenderblattmörder»), «Gespenster in Breslau», «Festung Breslau» und nun «Pest in Breslau».

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.08.2009

Die Evolution der «Weiber-Revolution»

Schon Anfang der neunziger Jahre sprach man von einem Vormarsch der Frauen in der polnischen Literatur, doch im Vergleich zu heute waren dies nur zaghafte erste Schritte. Der literarische Geschlechterumbruch ist, auch von wirtschaftlichem Erfolg getragen, in vollem Gang.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.05.2009

Graf Tonio unterwegs

Im Frühjahr 1933 steigt aus dem Zug Warschau-Berlin ein Mann von etwa fünfunddreißig Jahren: aristokratisches Aussehen, tadelloser Anzug, runde Brillengläser und ein forscher Blick, mit dem er sofort die Stadt ins Visier nimmt. Wochen später wird er an ein polnisches Blatt einen Text schicken, der mit den Worten beginnt: "In Warschau ging die Angst um. Freunde und Bekannte verabschiedeten mich fast so, als sei es für immer. Ich solle vorsichtig sein. Ein Engländer, der in Berlin wohnte und den ich als wahrheitsliebenden Menschen kenne, erzählte schreckliche Dinge.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.02.2008

Schocktherapie statt Rekonvaleszenz

Noch bevor die polnische Ausgabe von «Fear. Anti-Semitism in Poland after Auschwitz» erschien, hatte es die ersten Wortgefechte gegeben. Dennoch waren sich Jan Gross' Kritiker und Bewunderer in einem Punkt einig: An den Erfolg und die Wirkung seines Jedwabne-Berichts «Nachbarn» wird er mit diesem Buch nicht anknüpfen können. Indes hatten sie sich getäuscht: Das Thema löst in Polen nach wie vor starke Kontroversen aus.

Veröffenlichung/ data publikacji: 26.01.2008

Hereinbrechende Ränder

Die innenpolitischen Vorstösse der abgewählten rechtskonservativen Regierung Kaczynski haben vor allem zwei soziale Gruppen in Polen aktiviert: die Frauen und die Schwulen. Die Ersten folgten dem Aufruf der ersten Skandalautorin des Landes, gründeten eine Frauenpartei und zogen in den Wahlkampf, die Zweiten wurden durch die literarischen Erfolge von drei homosexuellen Schriftstellern salonfähig gemacht.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.12.2007