Moskau glaubt den Tränen

Das Zentrale Haus des Literaten in Moskau summt wie ein Bienenstock. Der polnische Regisseur Andrzej Wajda ist in der Stadt, an diesem Mittwoch wird sein Film "Katyn" gezeigt, mit anschließender Diskussion. In den Gängen stehen Ordner mit Armbinden, auf denen "Memorial" steht. Sehr zivile Gesichter haben sie, aber die roten Binden lassen sie radikal und kämpferisch aussehen, wie ein Häuflein Rebellen, das dem Staat die Macht streitig macht.

In gewissem Sinne sind sie das auch. "Memorial" ist eine Mischung aus Bürgerrechtsorganisation und Geschichtswerkstatt und widmet sich der Aufarbeitung der stalinistischen Vergangenheit. Das ist in Putins Russland eine Beschäftigung für Außenseiter. Stalin wird derzeit als großer Staatsmann aufgewertet.

Vollständiger Text/ cały tekst: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/
Veröffentlichung/ data publikacji: 22.03.2008