Der lange Schatten von Smolensk

Smolensk und kein Ende: Noch sind die Ermittlungen zum Flugzeugabsturz von 2010 nicht abgeschlossen, da schreckt ein dramatisches Ereignis Polens Öffentlichkeit auf. Am Montag gab Staatsanwalt Mikolaj Przybyl in Posen (Poznan) eine Pressekonferenz. Zum Abschluss versicherte er, das Wohl der Republik und die Ehre als Offizier und Staatsanwalt seien ihm immer das höchste Gut gewesen. In der Tat: Przybyl gilt als Kämpfer gegen organisierte Kriminalität, mehrfach ist seine Wohnung Ziel von Anschlägen gewesen.
Danach bat er die Journalisten, "für eine Pause" sein Arbeitszimmer kurz zu verlassen. Eine Kamera lief jedoch weiter. So war im Fernsehen zwar nicht zu sehen, aber doch zu hören, wie Przybyl eine Pistole entsicherte und einen Schuss abgab. Wenig später fanden ihn die Journalisten in einer Blutlache. Er wurde mit einer Kopfverletzung in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand sei stabil, wie es hieß. In seiner Erklärung vor dem Selbstmordversuch sagte Przybyl, dass es massive Korruptionsvorwürfe gegen Teile der polnischen Streitkräfte gebe. Er widersprach Berichten, denen zufolge seine Behörde bei der Untersuchung des Flugzeugabsturzes von 2010, bei dem der Präsident Lech Kaczynski und 95 weitere Menschen ums Leben kamen, illegal Textnachrichten von Mobiltelefonen einiger Journalisten abgehört hätten.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 10.01.2012