Gerhard Gnauck

Der lange Schatten Katyns

Die Vergangenheit hat Zukunft: Der Zweite Weltkrieg wirft seine Schatten voraus. Wir nähern uns dem 1. September; an diesem Tag vor 70 Jahren fielen vor der damaligen Freien Stadt Danzig die ersten Schüsse des Krieges. Zur Gedenkfeier wird voraussichtlich Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Polen kommen. Das allein wäre, fast vier Jahrzehnte nach Willy Brandts Kniefall, nichts Ungewöhnliches. Bemerkenswert ist etwas anderes: Auch der russische Premier Wladimir Putin wurde eingeladen - und in Moskau heißt es, er werde wahrscheinlich kommen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.07.2009

Neues aus Masuren

Polnische Juden, preußische Junker, deutsche Touristen: Alle Jahre wieder zieht es sie nach Masuren, das Land der tausend Seen. Sie sind auf der Suche nach einer verloren gegangenen Welt

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.07.2009

Vor der nächsten Gaskrise

Die Lage war noch nie so ernst. "Wir müssen uns auf den schlimmsten Fall einstellen", sagte Kommissionspräsident Barroso Ende vergangener Woche in Brüssel. Gemeint war die Gasversorgung im Dreieck Russland-Ukraine-EU. In den letzten Tagen wurde eine neue Runde dieses Konflikts eröffnet: Der deutsche Konzern RWE will zur Sicherung der Eigenversorgung russisches Gas kaufen und es in den großen Gasspeichern der Ukraine abrufbereit lagern. Zugleich wird in Westeuropa und in der Ukraine ein neuer Zusammenhang hergestellt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 22.06.2009

Schloss Steinort in Masuren soll saniert werden

Nur ein bescheidener Gedenkstein ist es, der heute Nachmittag in Masuren eingeweiht wird. Die Ehrung gilt Heinrich Graf Lehndorff, dem letzten Besitzer des Schlosses Steinort. Heute vor 100 Jahren wurde er geboren; 1936 übernahm er das ostpreußische Landgut, das etwa seit 1400 im Besitz der Familie gewesen war. "Heini" war ein Original. Aus den Dreißigerjahren ist eine Ansprache überliefert, die der naturverbundene Graf nicht, wie erwartet, mit "Heil Hitler!" beendete, sondern anders: "Heil...? Donnerwetter, wie heißt der Kerl doch gleich? Na, denn Waidmannsheil!"

Veröffenlichung/ data publikacji: 22.06.2009

70 Jahre nach Kriegsbeginn zählt Polen seine Opfer

Große Zahlen machen Eindruck. 800 000 Warschauer (von 1,3 Millionen) hätten den Krieg nicht überlebt, verkündet eine Gedenktafel im Sächsischen Garten, dem zentral gelegenen Park in der Hauptstadt Polens. Doch es ist der Fluch der großen Zahl, dass sie einer genauen Überprüfung oft nicht standhält. Hinter die mythischen 20 Millionen, welche die Sowjetunion im Krieg verlor, haben Historiker ebenso Fragezeichen gesetzt wie hinter jene zwei Millionen, welche als Deutsche nach 1945 Todesopfer von Flucht und Vertreibung geworden sein sollen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.06.2009

"Am 4. Juni war der Kommunismus zu Ende"

Polen feiert den 20. Jahrestag der ersten halbwegs freien Wahlen. Mit dabei ist eine Frau, die Polen viel verdankt: Angela Merkel

Veröffenlichung/ data publikacji: 04.06.2009

Deutsch-polnisches Netzwerk "Erinnerung und Solidarität"

Ein vor Jahren allem Anschein nach tot geborenes Kind ist ins Leben getreten: das von vier Ländern getragene "Europäische Netzwerk Erinnerung und Solidarität". Gestern Abend versammelten sich im Berliner Ephraim-Palais Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der polnische Kulturminister Bogdan Zdrojewski, um in einer Feierstunde eine gemeinsame Erklärung zum "Netzwerk" zu unterzeichnen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 28.05.2009

Ein neuer Anfall von Geschichtshysterie

Der "Spiegel"-Titel über Hitlers Helfer in Europa versetzt polnische Medien in Aufregung. Aber es gibt auch mäßigende Stimmen

Veröffenlichung/ data publikacji: 23.05.2009

Lech Walesa in seiner rätselhaftesten Rolle

Polens Nationalheld tritt bei Veranstaltungen einer Anti-Europa-Partei auf. Warum er das tut, verstehen nicht mal die EU-Skeptiker so ganz

Veröffenlichung/ data publikacji: 20.05.2009

Polens Held Lech Walesa flirtet mit EU-Skeptikern

Lech Walesa ist wieder in aller Munde. Seine Neigung, mehr noch, seine Kunst, Haken zu schlagen, hat wieder einmal alle überrascht. Jetzt tritt der frühere Solidarnosc-Chef bei Veranstaltungen einer Anti-Europa-Partei auf. Warum er das tut, verstehen nicht mal die EU-Skeptiker so ganz.

Veröffenlichung/ data publikacji: 19.05.2009