Gerhard Gnauck

Oberst schießt sich nach Pressekonferenz in Kopf

Am Montag gab Staatsanwalt Mikolaj Przybyl in Posen (Poznan) eine Pressekonferenz. Zum Abschluss versicherte er, das Wohl der Republik und die Ehre als Offizier und Staatsanwalt seien ihm immer das höchste Gut gewesen. In der Tat: Przybyl gilt als Kämpfer gegen organisierte Kriminalität, mehrfach ist seine Wohnung Ziel von Anschlägen gewesen.
Danach bat er die Journalisten, „für eine Pause“ sein Arbeitszimmer kurz zu verlassen. Eine Kamera lief jedoch weiter. So war im Fernsehen zwar nicht zu sehen, aber doch zu hören, wie Przybyl eine Pistole entsicherte und einen Schuss abgab.

Veröffenlichung/ data publikacji: 09.01.2012

Oberschlesier als Minderheit anerkannt

Sind die Oberschlesier ein "Volk"? Darüber werden sich Gelehrte und Juristen weiterhin streiten. Bisher hatten polnische Gerichte befunden, die Oberschlesier seien "kein eigenes Volk und keine nationale Minderheit". Doch ein Gericht im schlesischen Oppeln (Opole) hat jetzt festgestellt, dass es zumindest eine entsprechende "Volkszugehörigkeit" gibt. Es registrierte nach 14 Jahren dauernden Rechtsstreits den "Verband der Personen oberschlesischer Volkszugehörigkeit".

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.01.2012

Diese Journalisten schreiben gegen die Diktatur

Journalisten in Weißrussland leben gefährlich. Wer unabhängig berichtet, landet schnell im Gefängnis oder Krankenhaus. Nicht alle lassen sich davon einschüchtern.
Michal Jantschuk ist erleichtert. Auch an diesem Morgen findet er seinen Arbeitsplatz so vor, wie er ihn tags zuvor verlassen hat. Er stellt seine Tasche ab und setzt Teewasser auf. „Wenn die nächste Krise kommt, und das passiert in Weißrussland etwa einmal im Jahr, müssen wir wieder umziehen.“

Veröffenlichung/ data publikacji: 23.12.2011

Die Revolte begann mit einem Banküberfall

Ohne Nostalgie und Hagiografie: Wie zwei Filme und ein Buch neues Licht auf die Helden des Jahres 1981 werfen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 13.12.2011

Pakete der Solidarität

Es geschieht in einem strengen Winter, im Dezember 1981. Michael Platzer aus der Zeppelinstraße in Bayreuth, 14 Jahre alt, sitzt an Bord eines Lastwagens. Am Steuer Peter Platzer, sein Vater. Der Sohn ist neugieriger Beobachter. Der Laster rollt nach Osten, durch den Eisernen Vorhang hindurch, aber nicht ohne Hindernisse. Die tschechischen Grenzer wissen, worum es geht, und befehlen den Fahrern, alle Pakete an Bord zur Kontrolle aufzureißen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.12.2011

Opposition blockiert

Polens Premierminister Donald Tusk trat nach den Gipfelbeschlüssen über einen EU-Sondervertrag mit gedämpftem Optimismus vor die Kameras. "Mehr Disziplin in der Euro-Zone, das bedeutet die Einführung solcher Vorschriften, wie sie in Polen seit Langem bestehen", sagte der liberale Politiker und verwies auf die Schuldenbremse (Verschuldung darf maximal 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen) in der polnischen Verfassung. Er bekräftigte auch, Polen habe mit seinem Ja im Referendum zum EU-Beitritt auch, wie von Brüssel verlangt, Ja zur Euro-Einführung gesagt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 10.12.2011

Polens Opposition warnt vor "Viertem Reich"

Eine deutschlandfreundliche Rede von Polens Außenminister Sikorski hat zu heftigen Reaktionen im Nachbarland geführt. Sogar von einem "Vierten Reich" ist nun die Rede.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.12.2011

"Wir denken anders als die Briten"

Radoslaw Sikorski: Wir denken anders als die Briten: Wir wollen durchaus, dass die EU stärker integriert ist als bisher und die Gefahr eines Zerfalls abwendet. Aber vielleicht müssen die Beziehungen zwischen Brüssel und den Mitgliedsstaaten neu ausbalanciert werden.
Da würde ich vorschlagen, dass manche Kompetenzen für immer den Mitgliedsstaaten in die Hand gegeben werden. Ich persönlich finde, sie sollten mindestens so viel Autonomie genießen wie die Bundesstaaten in den USA. Das betrifft zum Beispiel Fragen der Bildung, der öffentlichen Moral, auch der Einkommensteuer.

Veröffenlichung/ data publikacji: 28.11.2011

Bankenskandal in Litauen

In dieser Woche waren Bankfilialen und Geldautomaten in Lettland und Litauen das Ziel verzweifelter Sparer. Ein Bankenskandal hat gleich zwei der baltischen Staaten erfasst. Zunächst war es die Snoras-Bank, die viertgrößte Bank Litauens, die in Schwierigkeiten geriet. Jetzt hat sie ihre Tochter, die Latvijas Krajbanka (LKB), in Mitleidenschaft gezogen. Die LKB ist die neuntgrößte Bank in Lettland.

Veröffenlichung/ data publikacji: 26.11.2011

Polnischer Überlebenskampf unter dem Gullydeckel

Zwei polnische Filme rollen auf uns zu. Achtung: Es geht um das zwanzigste Jahrhundert, es kann ein bisschen wehtun. „Roza“ und „In der Dunkelheit“ beginnen beide mit Szenen, in denen deutsche uniformierte Männer wehrlosen Frauen Leid zufügen. In dem einen Film brennt es, im anderen hört man ein Knattern. Hier vergewaltigt ein Soldat in den Trümmern Warschaus eine Polin, dort werden nackte Jüdinnen durch den Wald getrieben. Die Regisseure haben die Regel Hitchcocks, ein guter Film müsse mit einem Erdbeben beginnen und dann immer spannender werden, sehr wörtlich genommen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 22.11.2011