Berliner Zeitung

Die Geste der Geliebten

Leonardos "Dame mit dem Hermelin", um die sich die Nazis stritten, kommt jetzt aus Polen nach Berlin.

Veröffenlichung/ data publikacji: 19.08.2011

Tiefgläubig oder ketzerisch?

Pawel Jarodzki aus Breslau stellt im Packhof des Museums Junge Kunst in Frankfurt (Oder) aus.
Scheu und keusch schlägt sie unter ihrem Tuch die Augen nieder. Aber diese Madonna schaut nicht aufs Jesuskind, wie in einem derart dem mittelalterlichen Stil nachempfundenen Gemälde üblich. Sie hält mit spitzen Fingern ein entweder bedrucktes oder kunstvoll besticktes Stück Leinen an den Zipfeln, so dass jeder die Botschaft darauf lesen kann: Die Existenz Gottes hängt von uns allen ab.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.08.2011

Polens Angst vor dem Teuro

Die Stimmung ist zunächst dahin. Erstmals seit dem EU-Beitritt 2004 sind die Polen mehrheitlich gegen die Einführung des Euro in ihrem Land. Mit 42 zu 41 Prozent überwiegt die Skepsis in neuesten Umfragen zwar nur geringfügig. Doch die Schuldenkrise zeigt nun auch in dem ansonsten europabegeisterten Boomland des Ostens Wirkung. "Die Menschen wollen nicht für Griechenland und Italien zahlen. Außerdem haben sie Angst vor einem Euro-Teuro-Effekt", erläutert Agnieszka Lada vom Warschauer Institut für Öffentliche Angelegenheiten.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.08.2011

Erdgas, das noch keiner braucht

Nord Stream wird ab diesem Herbst den europäischen Gasmarkt umwälzen. Pro Jahr können durch die beiden Nord-Stream-Leitungen in der vollen Ausbaustufe 55 Milliarden Kubikmeter Gas fließen. Das ist mehr als die Hälfte des deutschen Verbrauchs. Über die angeschlossenen Pipelines Opal (nach Süden) und NEL (nach Westen) soll das Gas über ganz Europa, ja sogar bis nach England verteilt werden. Aber: Braucht Europa so viel Gas?

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.08.2011

Risiken und Nebenwirkungen inklusive

Polnische Zahnarztpraxen in Grenznähe leben zunehmend von deutschen Patienten. Ein Besuch bei einem Stettiner Implantologen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.08.2011

Polens Staatspräsident verklagt einen Blogger

Die Uhr tickt unerbittlich. Heute steht sie bei vier Jahren, null Monaten, einem Tag und ein paar verrinnenden Stunden, Minuten und Sekunden. Dann endet die Amtszeit des polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski. Diesen Augenblick sehnt der 25-jährige Blogger Robert Frycz derart herbei, dass er eine eigene Internetseite entworfen hat. Auf AntyKomor.pl lässt der Anglistik-Student seinem Ärger über das Staatsoberhaupt ungehemmten Lauf. In dem Spiel Komor-Killer dagegen stachelte Frycz seine Nutzer zeitweise an, auf den Präsidenten zu schießen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.08.2011

Mittagszeit im "Goldenen Huhn"

In Polens Boom-Wirtschaft fallen sozial Schwache durch das Raster des Aufschwungs - eine Spurensuche in Warschaus Milchbars.

Veröffenlichung/ data publikacji: 26.07.2011

800 Mediziner gehen pro Jahr ins Ausland

Die Headhunter haben es auf Leute wie Janek abgesehen - einen 27 Jahre alten, frisch approbierten Allgemeinmediziner. Die "Kopfjäger", die im Auftrag deutscher Kliniken in Polen Nachwuchskräfte suchen, werben im Internet mit 4000 Euro Anfangsgehalt plus Schichtzulagen und Überstundenvergütung. Eine bezahlte sechsmonatige Hospitationszeit, um die Sprache zu erlernen, gibt es inklusive. Für junge Mediziner aus Polen muss das paradiesisch klingen: Sie verdienen in ihrer Heimat maximal 2000 Euro.

Veröffenlichung/ data publikacji: 20.07.2011

Entwicklungshilfe aus Polen

Raus aufs Land: Stettiner kaufen sich ihr Haus im Grünen auch in den Brandenburger Vororten ihrer Stadt.
Im Hause der Familie Popiela im Dorf Rosow (Uckermark) herrscht große Aufregung. Der sechsjährige Frantiszek und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Kajetan laufen aufgekratzt durch alle Räume, stürmen die Treppe hinauf und hinab und rufen mal auf Deutsch und mal auf Polnisch, dass der Papa ihnen doch endlich helfen möge beim Suchen der Schwimmflossen. Morgen geht es in den Urlaub nach Kroatien, da brauchen sie schließlich ihre komplette Badeausrüstung.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.07.2011

"Die klauen hier wie die Raben"

Ein paar Wochen erst ist es her, dass Klaus-Dieter Hübner versucht hat, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. An einem Frühsommerabend beobachtete er mitten in Guben zwei junge Männer, die Stahlträger in Richtung der Grenze zu Polen schleppten. Hübner rief die Polizei, die nahm die mutmaßlichen Metalldiebe mit auf die Wache. "Aber noch bevor ich das Protokoll unterschrieben hatte, waren die wieder frei", sagt Hübner. Er ist noch immer erbost.

Veröffenlichung/ data publikacji: 15.07.2011